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Was ist die richtige Temperatur für Wein?

Heute gilt es eine heiße Frage mit kühlem Kopf zu beantworten: die nach der richtigen Weintemperatur. Unser Weinfreund Sven Reinbold hat sich der wohltemperierten Aufgabe angenommen und sich für uns schlau gemacht.

Man muss kein erfahrener Weinexperte sein, um zu schmecken, welchen Einfluss die Temperatur auf das Genusserlebnis Wein hat. Der zu kalte Weißwein verliert seine aromatische Identität und lässt nur noch sein Säuregerüst durch die kühle Maske blicken. Kommt er aber mit der richtigen Temperatur daher, umschmeicheln feine Aromen die Nase und man genießt die Eleganz und Frische des Weins. Aber ich kenne es auch umgekehrt: Da findet ein roter Côtes-du-Rhône den Weg bei Zimmertemperatur ins Glas und schon wirkt seine Frucht überladen, ja geradezu marmeladig. Zudem wirkt der Wein alkoholisch und es brennt beim Schlucken im Rachen. Bei 16 Grad Celsius hingegen hätte der Wein eine schöne, aber nicht dominierende Frucht, eine wunderbare Struktur, würzige Noten und gut eingebundenen Tannine. Die kühlere Temperatur brächte den Wein in Balance.

In beiden Fällen macht allein die Temperatur den Unterschied zwischen Genuss und Enttäuschung. Um so wichtiger, sich dieses besondere Verhältnis von Ursache und Wirkung im Glas zu veranschaulichen. Selbstverständlich gilt zu allererst die Regel, dass jeder Weine „seine“ Temperatur hat und jeder pauschalen Generalorder für Weißweine, Rotweine und Rosés eine Absage zu erteilen ist. Das mag snobistisch klingen, wird aber verständlich, wenn man sich die Wirkungsprinzipien der Weintemperatur vor Augen führt.

Grundwissen Weintemperatur

Die ideale Weintemperatur

Körperreiche und tanninhaltige Rotweine fühlen sich zwischen 15 und 18 Grad besonders wohl.

Ganz schematisch lässt sich festhalten: Je kühler ein Wein ist, desto weniger bietet er der Nase. Je wärmer der Wein ist, desto mehr „riecht“ der Wein. Für den Gaumen gilt, dass niedrige Temperaturen die Säure, die Tannine und Bitterstoffe eher betonen. Hingegen bei wärmeren Temperaturen diese Hervorhebung verloren geht. Mit diesem Grundwissen in Sachen Weintemperatur macht man sich nun an die richtige Gradzahl für den jeweiligen Wein. Aromatische Weißweine aus Rebsorten wie einfache Rieslinge oder Sauvignon Blanc vertragen durchaus die kühleren Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad Celsius. Trockene Weißweine mit vollem Körper verlangen ein paar Grad mehr und werden vorzugsweise zwischen 12 und 14 Grad genossen.

Zwischen 12 und 14 Grad Celsius liegt dagegen das Temperaturoptimum für leichte, elegante Rotweine mit weniger Körper wie zum Beispiel einen Beaujolais. Rotweine mit mehr Körper und deutlichem Tanningerüst fühlen sich etwas wärmer wohler, so zwischen 15 und 18 Grad. Das trifft beispielsweise auf einen Châteauneuf-du-Pape oder Barolo zu. Damit reicht das Temperatur-Spektrum von 5 Grad bis 18 Grad – was deutlich unter der heutigen „Zimmertemperatur“ liegt, die immer noch unverdrossen als Empfehlung umhergeistert.

Bloß nicht Zimmertemperatur!

Also, Thermometer raus und ran an die Flasche. Beim Herunterkühlen des Weines bitte darauf achten, dass dies langsam geschieht und der Wein nicht schockgefrostet wird. Beim Erwärmen von Wein, kann man tatsächlich mit der Zimmertemperatur arbeiten oder beim Dekantieren das Glasgefäß unter warmen Wasser etwas vorwärmen. Nun aber noch einmal zurück zu den beiden oben beschrieben Temperatur-Fehlern: Wichtig ist natürlich, dass der bestens gekühlte Wein auch kühl bleibt und auch beim wärmeren Roten ist darauf zu achten, dass er nicht zu warm wird. Deshalb empfehle ich gern einen Weinkühler oder auch eine Kühlmanschette, mit der man seine Weinfreuden auf der richtigen Gradzahl hält. Deshalb noch einmal ganz grob, die Temperaturen für die einzelnen Weinstilistiken.

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